Traumhaftes Winterwetter erwartete uns dieses Jahr während der Nachhaltigkeitswoche im Bayerischen Wald, die alle 7. Klassen zusammen mit 10 Begleitlehrkräften Ende Januar unternahmen. Es hatte schon hier so viel geschneit, dass die Busse am Abfahrtstag aus dem von den Schneemassen überraschten Mittelfranken erst um halb zehn in Rebdorfankamen, so dass wir uns etwas verspätet auf den Weg machten. Trotzdem blieb noch Zeit für den Zwischenstopp im Erlebnisbad Elypso bei Deggendorf. Dort waren vor allem die Rutschen beliebt, die auch von einigen Lehrern getestet wurden.
Noch mehr Schnee erwartete uns bei der Ankunft in der Jugendherberge im kleinen Dorf Waldhäuser bei Neuschönau im Bayerischen Wald. Zuerst wurden die Zimmer bezogen und dann ging es schon in den Speisesaal; traditionsgemäß verlief das erste Abendessen etwas chaotisch, was sich aber die nächsten Tage, nachdem man sich an die Gegebenheiten gewöhnt hatte, bald besserte. Sich geduldig in der Essensschlange anstellen, Tisch abräumen, auf den Letzten warten, das alles war bereits ab dem zweiten Tag eine Selbstverständlichkeit.
Ab dem nächsten Tag brachen dann die siebten Klassen in Gruppen aufgeteilt zu ihren einzelnen Tagesausflügen auf. Ein Team besuchte die Glasbläserei Köck, in der der Firmenchef in die Geheimnisse des Glasblasens, einem traditionellen, aber leider aussterbenden Handwerk im Bayerischen Wald, einführte. Wer eine von ihm gestellte Frage richtig beantwortete, konnte dort sogar etwas gewinnen – eine handgemachte Glasschnecke oder-katze zum Beispiel. Für den Nachmittag war das „Bolzwerk“ reserviert, eine Indoor-Fußballhalle mit Boulderabteilung und Dart-Raum. Währenddessen war eine andere Gruppe auf einer Bergtour zum Lusen hinauf unterwegs, die fachmännisch von Lea und Niko, einer Umweltpädagogin und einem Praktikanten im Freiwilligen Ökologischen Jahr, geführt wurden. Das dritte Team verbrachte den Tag im Tierfreigehege des Lusen-Nationalparks und hatte an dem Tag sogar das Glück, einen Bären zu sehen, der durch das Motorengeräusch eines Autos des Tiergehege-Personals geweckt wurde; er dachte wohl, es gebe gleich was zu fressen! Leider entschied sich der Bär während der anderen beiden Tage, seine Winterruhe strikt einzuhalten, so dass nur die 7 d und die 7 e die Hauptattraktion des Tiergeheges zu Gesicht bekommen sollten. Den sich an das Freigehege anschließende Baumwipfelpfad konnten jedoch alle Siebtklässler genießen. Die bis auf 44 m hinaufgehende begehbare Kuppel beeindruckt sowohl bei Sonnenschein als auch bei Schneetreiben. Einige Schüler, die nach eigenen Angaben unter Höhenangst litten, haben hier die Challenge angenommen und sich hinaufgetraut, angefeuert von ihren Klassenkameraden. Ein wirklich zusammenschweißendes Erlebnis!
Jeder Ausflugstag fand seinen krönenden Abschluss am Schlittenberg hinter der Jugendherberge, wo die tagsüber aufgeteilten Schüler wieder zusammentrafen und bis weit in die Dämmerung mit den jugendherbergseigenen Rodeln den Hügel unsicher machten.
Die Abende in der Jugendherberge gestalteten sich ebenfalls sehr ansprechend: es gab Tischtennisrundlaufteams, Gesellschaftsspiele im Gemeinschaftsraum, Stockbrot am Lagerfeuer oder Nachtwanderungen.
Eines der Ziele dieser Woche im Bayerischen Wald ist, dass sich die neu zusammengewürfelten siebten Klassen durch diese Fahrt näher kennenlernen. Aber auch die Lehrerinnen und Lehrer zeigen sich dort einmal vor einer ganz anderen Seite: als Schafkopftrainer, Tischtenniscracks, Heimwehtröster oder Werwolfopfer (beim gleichnamigen Kartenspiel😊). Allein schon deswegen ist eine solche Fahrt für das Miteinander von Schülern und Lehrern überaus wertvoll.
Tanja Bintakies