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Fünf Ensembles begeisterten im Eichstätter Kloster Rebdorf mit Bläserserenade das Publikum

Wieder einmal wurde der Gabrielihof im ehemaligen Kloster Rebdorf zur traumhaften Kulisse für ein Bläserkonzert der Superlative: bestes Wetter, ein schmuckes historisches Ambiente und musikalische Leistungen, die sich hören lassen konnten. So präsentierten sich die fünf Bläserensembles aus Schülern, Ehemaligen und Musikbegeisterten in allen Altersklassen: vom Rebdorfer Bläserchor über die Holzbläser und Ehemaligen Rebdorfer Bläser bis zu den Formationen ProBlech und Brasstett, die mit ihren Stücken schon in Richtung Jazz und Bigband rückten.

Und die musikalische Reise, die diese knapp 40 Musiker mit ihrem Publikum unternahmen, führte vom Barock bis in die zeitgenössische Musik, von Afrika über Europa nach Amerika und stilistisch von der Klassik über das geistliche Lied bis zu Traditionals und Popsongs.

Nonchalant und mit witzigen Pointen moderierte Peter Glas durch das bunte Programm, das die zahlreich erschienenen Zuhörer mit tosendem Applaus quittierten. Und Georg Friedrich Händels Ouvertüre zur „Music for the Royal Fireworks“ der gastgebenden Ehemaligen Rebdorfer Bläser eröffnete das Konzert majestätisch. Der Bläserchor ließ eine behutsam modulierte Sonata von Daniel Speer in klarer Tonalität und festlicher Akzentuierung folgen, bevor ProBlech eine würdevolle und repräsentative Pavana des Fürsten Moritz Landgraf von Hessen erklingen ließ, mit der der standesbewusste Adelige mitten in den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs ein Zeichen der Ordnung und des Status quo setzen wollte.

Nicht nur klassische Inszenzierungen, auch moderne Popsongs

Welch einen Kontrast boten dazu die Holzbläser, die mit Gion Balzer Casanovas „La Sera sper il lag“ einen idyllischen Abend am See mitten in der freien Natur heraufbeschworen, an dem der Mensch sich inmitten einer intakten Natur noch geborgen fühlen kann. Und weil auch Popsongs durch Bläsergruppen aufgeführt werden sollten und dabei eine ganz eigene Tonsprache und eine besondere Atmosphäre entwickeln, begeisterte das Brasstett anschließend mit der vielstimmigen Ballade der Bee Gees „How Deep is Your Love“.

Tatsächlich wechselten die Ehemaligen Rebdorfer Bläser danach wieder das Genre und boten Felix Mendelssohn Bartholdys „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ leuchtend und mit nahezu schwebendem Klang, in himmlischer Strahlkraft und romantischer Emotionalität. Träumerisch wurde es dann mit David Marlatts „Rêverie“, die der Bläserchor introspektiv und behutsam in Szene setzte und die heilende Kraft der Musik heraufbeschwor, bevor ProBlech mit Hedi Preisseggers „In Gedanken bin I bei dir“ tief in die alpenländische Liedtradition eintauchte und ein zartes Liebesgeständnis mit Horn und Trompete, Bassposaune und Tuba artikulierte.

Dazu musste ein Kontrast her und was eignet sich besser dazu als „Wochenend und Sonnenschein“, das die Holzbläser erfrischend launig und betörend natürlich in den Klosterhof warfen und so das Flair der 1930er-Jahre aufkommen ließen. Anschließend durfte sich das Publikum mit Otis Redding am Hafen niederlassen und dessen vom Brasstett überzeugend gespielten Klassiker „Sittin On The Dock“ im Stil eines jazzigen New-Orleans-Sounds in vollen Zügen genießen.

Bee Gees, Beatles und König der Löwen

Nach dem unvergessenen Bee-Gees-Rockklassiker „Hold the Line“, den David Paich als Songwriter und Toto als Band international bekannt gemacht hatten und den die Ehemaligen Rebdorfer Bläser im Gabrielihof anstimmten, schlug der Bläserchor mit dem hoffnungsvoll-klaren Musikstück „A New Day“ ruhig-harmonischere Töne an. ProBlech brillierte anschließend noch einmal mit „Mbube“ oder „The Lion sleeps tonight“, jenem Kinderlied, Pophit und international bekannt gewordenen Stück afrikanischer Musikgeschichte, das auch Einzug in das Musical „König der Löwen“ erhielt. Noch einmal wunderschöne klassische Musik boten die Holzbläser mit Georg Philipp Telemanns „La Générosité“ – „Die Großmut“, während das Brasstett den berühmten Lennon-McCartney-Song „Cant buy Me Love“ von 1964 spielte.

Und wie schon in den letzten Jahren stellten sich die 32 Musikerinnen und Musiker aller fünf Bläsergruppen dann zum großen Finale auf, um unter Leitung von Harald Eckert ihr gemeinsames Musikstück zu spielen. Feierlich ertönte im Gabrielihof „Trumpet Voluntary“, ein berühmtes festliches Barockstück von Jeremiah Clarke (1674–1707), einem wichtigeren Vertreter der englischen Barockmusik am königlichen Hof. Geradezu majestätisch ging damit die wunderbare Abendserenade zu Ende – natürlich nicht ohne Zugabe, die das Publikum den virtuosen Bläsern mit tosendem Applaus abverlangte.

Dagmar Kusche, Eichstätter Kurier