Zu Beginn der Feierlichkeiten für die Absolventinnen und Absolventen der KRS Rebdorf fand man sich traditionsgemäß in der Schul- und Pfarrkirche St. Johannes der Täufer ein. Der festliche Gottesdienst wurde von Schulseelsorger Andreas Völker gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen gestaltet und von der Eltern‑ und Lehrerband musikalisch umrahmt. Thema der diesjährigen Abschlussfeierlichkeiten war die Zeit – die vergangene Zeit in der Schule, die neue Zeit, die jetzt für die ehemaligen Schülerinnen und Schüler beginnt, und die Übergangszeit zwischen diesen beiden Stadien des Lebens, die für manche Ungewissheit birgt, aber auch neue Freiheiten. Bezugnehmend auf die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann, die in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte, und ihren Gedichten und Werken zum Thema Zeit entwickelte Völker ein ansprechendes Motto: „Die auf Widerruf gestundete Zeit wird sichtbar am Horizont…“, konnten die Festgäste auf dem Programmblatt zum Gottesdienst lesen. Die Absolventinnen und Absolventen sollten die Zeit, die ihnen nun geschenkt werde, sinnvoll nutzen, so Völker. Zur Erinnerung an die vergangene Schulzeit an der Knabenrealschule hatte Werklehrer Stefan Krabichler kleine Taschenuhren aus Holz als Abschiedsgeschenk für die nun Ehemaligen angefertigt, die als Schlüsselanhänger an die Zeit in Rebdorf erinnern sollen und von ihren Klassenleitern noch in der Kirche übergeben wurden.
Im Anschluss an den Gottesdienst begrüßte Konrektorin Anke Müller die Versammelten in der festlich geschmückten Dreifachturnhalle der Rebdorfer Realschulen. Elvira Distler, in ihrer Funktion als Mitglied der mittleren Führungsebene, moderierte die Zeugnisverleihung in gewohnt launiger Weise. Die Ehrengäste der Abschlussfeier, Elisabeth Gabler als stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Eichstätt, Martina Mayer als Entsandte der Abteilung Schule und Bildung der Diözese Eichstätt sowie die Elternbeiratsvorsitzende Karin Enhuber, entrichteten ihre Glückwünsche und Grußworte an die Festgäste. Mit dem scheidenden Jahrgang gebe es auch große Umbrüche im Elternbeirat, so Enhuber. Langjährige und verdiente Mitglieder würden nun zusammen mit ihren Söhnen Abschied von der Schule nehmen. Mit einer Präsentation von treffenden Schnappschüssen aus der Schulzeit des diesjährigen Abschlussjahrgangs verabschiedete sich die Rednerin und sang dazu in professioneller und stimmungsvoll-mitreißender Weise unter der Klavierbegleitung von Musiklehrer Johannes Wittmann das Lied „Ein Hoch auf Euch!“.
Auch ehemalige Schüler ließen es sich nicht nehmen, in ihrer Funktion als Vorsitzende der Vereinigung der Freunde der KRS Rebdorf einige Grußworte an die Absolventinnen und Absolventen zu richten. Markus Wörle und Bastian Krzyzanowski empfahlen einen zeitnahen Beitritt in den Verein – so könne auch in Zukunft Kontakt zur ehemaligen Schule, Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften gehalten werden.
Danach ließen die Schülersprecher Hannes Schuster, Julian Regnet und Noah Seitz ihre Schulzeit Revue passieren. Auch in der in Mundart vorgetragenen Rede war das Hauptthema die Zeit: Die schleppend vergehenden Stunden in scheinbar langweiligen Fächern, die gefühlt verlorene Zeit beim Hausaufgabenmachen, die schönen Tage auf den Schulausflügen – in Erinnerung bleibe die gemeinsam verbrachte Zeit, wofür sich die Schülersprecher beim Schulpersonal wie auch bei ihren Familien bedankten.
Auch Schulleiter Michael Simon nahm in seiner Rede Bezug auf das Thema. Die neue Zeit, die jetzt für die Absolventinnen und Absolventen beginne, solle mit Mut angegangen werden, aber nicht mit Übermut. Wichtig sei, sich Zeit zu nehmen, den eingeschlagenen Kurs zu überprüfen, damit man offen für neue Wege bleibe. Auch sei Zeit zur Reflexion wichtig: Was erfüllt mich? Was möchte ich lernen? Mit welchen Menschen möchte ich mein Leben teilen? Sich Zeit zu nehmen, um innezuhalten und über diese Lebensfragen nachzudenken, legte Schulleiter Michael Simon seinem aktuellen Abschlussjahrgang ans Herz.
Nach der Zeugnisverleihung verkündete Konrektorin Anke Müller stolz die Namen der Klassenbesten, die mit einem kleinen Geschenk ausgezeichnet wurden: 17 Absolventinnen und Absolventen schlossen die mittlere Reife mit einer Eins vor dem Komma ab. Weitere Auszeichnungen gab es für besonderes Engagement im Bereich Musik und Sport.
Nach dem offiziellen Teil des Festakts, der mitreißend und festlich vom Bläserchor mit ihrem Leiter Harald Eckert und vom Blasorchester unter Leonie Hell umrahmt wurde – in beiden Ensembles der KRS Rebdorf engagierten sich bis zum Schluss auch einige der Absolventinnen und Absolventen, blieb nach dem gemeinsamen Singen der Bayernhymne genug Zeit für ein Glas Sekt und Häppchen bei dem von den Schülereltern und vom Elternbeirat vorbereiteten Buffet. Hier gab es für die Lehrerinnen und Lehrer noch einmal Gelegenheit, sich persönlich von „ihren“ nun Ehemaligen und deren Eltern zu verabschieden, die ihnen über die Jahre an der KRS Rebdorf ans Herz gewachsen waren. Auch für das Lehrpersonal geht mit jeder Abschlussfeier wieder eine Zeit zu Ende – gut, dass im September wieder ein neuer Abschnitt beginnt.
Am Abend gingen die Feierlichkeiten dann beim gemeinsamen Abschlussball mit Maria Ward im Festsaal des Stadttheaters Ingolstadt weiter und bildeten den Höhepunkt der Abschlussfeier des Realschulabsolventenjahrgangs 2026.
Tanja Bintakies