Unverpacktladen

„Einfach so“, der Unverpacktladen – auch für Schüler ein Anlaufpunkt in Eichstätt

Projekte wie der Eichstätter Unverpacktladen leben vom Miteinander der Beteiligten – da kennt jemand einen Bauern, der biozertifizierte Linsen anbaut, ein anderer stellt festes Shampoo her, ein dritter näht Mund-Nase-Masken. Auch die KRS Rebdorf hat ihren Vorteil genutzt, dass sie auf gewisse Weise mit dem Unverpacktladen verbandelt ist: die Mutter eines Schülers der Klasse 8c gehört zu den Mitgründerinnen. Da lag es nahe, sich mit dem Konzept des Unverpacktladens zu beschäftigen und im Rahmen der Thematik „Plastikmüll vermeiden“, um die es seit einigen Wochen in den Klassleiterstunden der 8c ging, Silke Beck einzuladen, die der Klasse mehr über den Unverpacktladen erzählen sollte.

Beck legte zunächst die Hintergründe dar, die zur Gründung des ersten Unverpacktladens im Jahre 2014 in Norddeutschland geführt hatten. Plastik habe es bereits seit den 50er Jahren gegeben, doch das Abfallproblem stellte sich erst später ein, da die Menschen es nicht gewohnt waren, Dinge leichtfertig wegzuwerfen; so wurde zum Beispiel die Margarine-Dose früher noch abgespült und wiederverwendet. Im Laufe der Zeit wuchs aber das Problem der Plastikmüllentsorgung, besonders ab 1978, als sich der „Coca Cola“-Konzern entschied, die traditionellen Glasflaschen durch Plastikflaschen (die damals noch keine Mehrwegflaschen waren) zu ersetzen. Seitdem finden immer mehr Schlagworte wie „Müllstrudel“ oder „Mikroplastik“ Eingang in unseren Wortschatz.

Die Schüler fanden es auch interessant, dass  ein Großteil des im Boden enthaltenen Mikroplastiks auf den Gebrauch von Plastik in der Landwirtschaft zurückzuführen ist. Da viele Menschen noch  im November Erdbeeren essen wollen, so Beck, werden diese unter Folientunneln angebaut.

Dass immer noch zu viel Plastik trotz der Entsorgung im gelben Sack nicht recycelt werden kann, wussten die Schüler aus den Vorstunden in der Schule. Beck  gab daraufhin Ratschläge zur Plastikvermeidung, wobei sie betonte, dass sie es nicht erwarte, dass jemand zu 100% Plastik vermeiden könne oder wolle. Eine kleine Umstellung  im alltäglichen Leben würde schon genügen, um zum Beispiel Vorhandensein von  Mikroplastik im eigenen Körper zu reduzieren. Zum Beispiel könnte man auf alte, schon etwas klebrig gewordene Brotzeitdosen verzichten und diese durch Edelstahldosen austauschen, mehrfach verwendbares Backpapier benutzen oder Bambuszahnbürsten verwenden. Die Referentin wies darauf hin, dass alle diese Produkte auch im Unverpacktladen zu finden seien, genauso wie zum Beispiel auffüllbarer Lippenbalsam, umweltfreundliches Putzmittel oder DIY-Bastelsets für Weihnachten. Lebensmitel stellen natürlich die Hauptprodukte des Unverpacktladens dar. Beck erzählte, dass dieses Angebot von einem breitgefächerten Spektrum der Bevölkerung genutzt werde, von Senioren, die oftmals nur kleine Mengen für ihren Haushalt einkaufen wollten, bis zu  Studenten, die montags mit einem Rabatt von 10% einkaufen könnten (das gelte auch für Schüler).

Der etwas einstündige Vortrag wurde interessiert von den Schülerinnen und Schülern aufgenommen und die sich anschließende Fragerunde leider vom Schulgong beendet. Sicherlich wird man einige Mitglieder der 8c bald im Unverpacktladen antreffen.  

Tanja Bintakies, Klassenleitung 8c
(20.11.2020)