Verabschiedung2020

Ein würdiger Abschluss – trotz Abstand

Die KRS-Rebdorf verabschiedet die Absolventen des „Corona-Jahrgangs“

Soviel stand fest: eine normale Abschlussfeier wie in den Jahren davor würde es 2020 nicht geben können. Was lange unklar war, war die Frage, wie es möglich sein würde, die diesjährigen Absolventen in einem feierlichen Rahmen zu verabschieden, ohne dabei die Corona-Auflagen zu verletzen.

Statt wie üblich mit einem Gottesdienst in der Kirche zu beginnen und in einem anschließenden Festakt in der Aula die Zeugnisse zu überreichen, traf man sich dieses Jahr in der Dreifachturnhalle des Schulzentrums Rebdorf. Die Verwandlung der Sportstätte in einen Festsaal hatte den Hausmeistern im Vorfeld viel Mühe abverlangt. Der gesamte Boden war mit Filzplatten ausgelegt worden, jeweils drei Stühle für die Absolventinnen und Absolventen mit ihren Gästen mussten in akkuraten Reihen mit dem notwendigen Abstand angeordnet werden. Der schöne Blumenschmuck vor der „Bühne“, der Sonnenschein, der von außen die Turnhalle erhellte, und die festlich gekleideten Gäste sorgten für feierliche Stimmung. Dank der Arbeit von Peter Rögner und Erich Brandis funktionierte auch die Technik hervorragend, sodass an allen Plätzen gut gehört und gesehen werden konnte.

Die Feier eröffnete Andreas Völker mit einem herrlich „coronafreien“ Gottesdienst, der mit einem Zitat der jüdischen Dichterin Nelly Sachs unter dem Motto „Verwandlung“ stand – die Metamorphose der unscheinbaren Raupe zu einem zauberhaften, anmutigen Wesen. Eine Aufforderung für die jungen Menschen, für die jetzt eine neuer Lebensabschnitt beginnt, aber auch eine Erinnerung für die anwesenden Erwachsenen: Man kann sich entfalten, in seinen eigenen Farben leuchten und die Erdenschwere hinter sich lassen.

Bevor die stellvertretende Schulleiterin Anke Müller nach der kurzen Andacht die Festgäste begrüßte, gab es eine musikalische Überraschung: Außen vor der Turnhalle hatte „Die Band“ im erforderlichen Abstand Aufstellung genommen und erfreute die Gäste mit dem „Prince of Denmarks March“. „Die Band“ – das sind 14 Schülerinnen und Schüler der ersten Bläserklasse, mit der 2014 auch die ersten Mädchen an die Knabenrealschule kamen. Ja, die ersten acht Mädchen machten heuer an der KRS ihren Abschluss. Diese Tatsache wurde auch von allen Festrednern gewürdigt. Der Eichstätter Oberbürgermeister Josef Grienberger war verhindert (er heiratete gerade), übersandte aber in einer Videobotschaft seine Glückwünsche.

Die Schülersprecher Florian Sandner und Annika Gößl sahen rückblickend über Corona hinaus. Annika betonte vor allem die vielen schönen Erinnerungen und Erfahrungen von Gemeinschaft, die man in den sechs Jahren an der Schule machen konnte, und erinnerte so daran, dass die Schulzeit mehr war als vier Monate Corona. Und natürlich präsentierte sie als Schülersprecherin sehr gut, dass die Mädchen einen festen Platz an der Schule gefunden haben.

Die Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel, die Schul- und Hochschulreferentin der Diözese Eichstätt Prof. Dr. Barbara Staudigl, die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende Claudia Schmid und Schulleiter Hans-Peter Sandner betonten in ihren Ansprachen neben der Freude über die ersten Absolventinnen auch die besonderen Umstände dieses Schuljahrs: die wegen Corona veranlasste Schulschließung und die damit verbundenen Herausforderungen für Schülerinnen und Schüler sowie Eltern und Lehrkräfte. Geschafft haben die Jungen und Mädchen es trotzdem – aus eigener Kraft, mit Hilfe von zuhause und von Seiten der Schule. Und das gar nicht schlecht, wie sich bei den kurzen Ansprachen der Klassenleiter*innen zeigte, die der Zeugnisverteilung vorausgingen. Siebzehn Einser-abschlüsse – vier davon erzielt von Mädchen –  belegen das eindrucksvoll. Die Zeugnisverteilung ging dann schnell und systematisch über die Bühne.  Anschließend wurden neben dem Schulbesten Alexander Kosenko (10c)  die weiteren Schüler*innen mit einem Einser-Abschluss geehrt: Paulina Pickhard (10c), Paul Wenzl (10b), Daniel Seidel (10a), Lisa Osiander (10c), Manfred Preindl (10c), Annika Gößl (10b), Max Bauer (10b), Emilio Kolb (10a), Dominik Straßer (10a), Johannes Zöpfl (10a), Anna Dirsch (10b), Raphael Keim (10d), Simon Wasner (10c), Matthias Engel (10a), Timo Dirr (10b) und Paul Ernstberger (10d); außerdem erhielt Gabriel Bruckmüller (10b) die Schulmedaille als Anerkennung für sein langjähriges und erfolgreiches Engagement in unterschiedlichen sportlichen Bereichen. Michael Simon dankte schließlich den Musikerinnen und Musikern für ihre unermüdliche Beteiligung in den verschiedenen Ensembles – sie werden der Schule fehlen.Zum Abschluss gab „Die Band“ unter der Leitung von Harry Eckert noch einmal ein Ständchen von außen und Dank einer fantastischen Organisation konnte sogar noch – mit der nötigen Distanz – angestoßen werden: Der Elternbeirat fuhr auf großen Servierwagen Sekt und Orangensaft zu den Gästen.

Ein schöner und festlicher Abschluss für ein ungewöhnliches Schuljahr.

Elvira Distler
(24.7.2020)