FranceMobil2019

FranceMobil an der Knabenrealschule Rebdorf

Tictoc, tictoc, tictoc: ein Schaumstoffwürfel wird wie eine Zeitbombe im Kreis herumgegeben. Wenn Eloïse Pichereau, Lektorin vom Institut Français in München „boom“ ruft, wirft ein Schüler den Würfel und muss gemäß der Augenzahl einen Satz auf Französisch sagen: „1“ steht für Je m’appelle... (Ich heiße), „2“ für Ça va super/bof/mal (Es geht mir gut/mittelmäßig/schlecht), „3“ für J‘ habite à ... (Ich wohne in...) und so weiter. Natürlich bemüht sich erstmal jeder, die „Bombe“ so schnell wie möglich weiterzureichen, denn bei der sechs Augen müssen alle gelernten Sätze auf einmal aufgesagt werden! Doch ein Schüler behält den Würfel fest in der Hand: „Ich WILL ja alles mal auf französisch sagen!“ ruft er.

Damit ist das Ziel der FranceMobil-Lektorin, die heuer wieder einmal die Knabenrealschule Rebdorf besuchte, eigentlich schon erreicht: nämlich bei den Sechstklässlern, die im Laufe des Jahres ihre Wahlpflichtfächer wählen müssen, die Lust auf Französisch zu wecken. Meistens handelt es sich bei den jungen Franzosen, die von München aus durch ganz Südbayern geschickt werden, um Studenten aus Frankreich, die nach ihrem Grund- oder Hauptstudium in Germanistik ein Auslandsjahr einlegen wollen. Sie bleiben für genau ein Schuljahr beim Institut Français und lernen so verschiedenste Orte und Schulen in Bayern kennen.

Die Französin Eloïse spricht mit den Schülern nur Französisch und verschweigt dabei, dass sie des Deutschen durchaus mächtig ist. Anfangs reagieren die Jungs und Mädchen der Knabenrealschule etwas verwirrt: einige zucken mit den Schultern, andere kichern verunsichert. Plötzlich, und das ist bis jetzt bei allen Besuchen von FranceMobil der Fall gewesen, fängt einer an, für die anderen zu übersetzen, weil er verstanden hat, was die Lektorin erzählt: wie sie heißt, woher sie kommt, wie alt sie ist. Nach und nach begreifen alle, was Eloïse sie fragt oder wie die Spielanleitung geht – ohne jemals ein Wort Französisch gelernt zu haben. Sich auf eine fremde Sprache einlassen zu können und sogar selbst die Sprache zu produzieren, erfüllt einige der Schüler mit Stolz und manche finden, dass Französisch eigentlich doch gar nicht so schwer ist. Das schönste Lob aber für Eloïse und für die Fachbetreuerin für Französisch, die den Besuch der FranceMobil Lektorin organisiert hat, kommt von einer Schülerin, die beim Verlassen des Klassenzimmers sagt: „Das war mal eine richtig tolle Stunde!“

Tanja Bintakies (Fachbetreuung Französisch)
(27.09.2019)