Abschluss2019

Abschlussfeier der Absolventen 2019

Feierlich eröffnete der Rebdorfer Bläserchor unter Leitung von Harald Eckert den Abschlussgottesdienst, der auch in diesem Jahr am Anfang der Feierlichkeiten zur bestandenen Mittleren Reife an der Knabenrealschule Rebdorf stand.

Mit einem Zitat J. W. Goethes, dessen 270. Geburtstag heuer ansteht, zeigte Andreas Völker den Gedanken auf, der dieses Jahr dem Gottesdienst zugrunde lag: Das menschliche Leben als Pyramide, die eine feste Basis hat und immer mehr zur Spitze strebt.Eltern, Lehrer, jüngere Mitschüler kamen zu Wort und zeigten, wie sie alle die Lebenspyramide der jungen Erwachsenen Stufe für Stufe mitgebaut haben – die Spitze fehlt noch, das ist nun die Aufgabe jedes Einzelnen. Für Goethe war es ein ständiges Bestreben, diese Spitze immer höher zu treiben, doch – so Andreas Völker – hier irrt sich der große Dichter. Denn dadurch, dass wir Menschen nach Gottes Ebenbild erschaffen wurden, haben wir die Spitze schon erreicht. Ja, wir sollen dem Kaiser geben, was dem Kaiser gehört. Im Neuen Testament ist das das Geldstück mit dem Bild des Kaisers darauf. Aber wir sollen auch Gott geben, was Gott gehört – uns selbst.

Was das für die Absolventen bedeutet, wurde dann noch einmal erklärt: „Bringt euch ein in euren Beruf, eure Familien und die Gesellschaft, aber verliert auch dabei nicht. Die Spitze habt ihr schon erreicht, sie ist ein Geschenk Gottes.“, so Völker. Symbolisch für diese Aussage erhielten die Schüler von ihren KlassenleiterInnen eine Medaille, auf deren Vorderseite ein Bild des Schülers und der anderen bildhaft die Hand Gottes dargestellt ist. Dann gelingt auch, was in einem zweiten Goethe-Zitat enthalten ist: „Jeder Mensch soll Freude an sich selbst haben, und glücklich, wer sie hat (…)“ Dass diese Freude im gesamten Gottesdienst auch spürbar war, lag nicht nur an dem fröhlichen Anlass selbst, sondern auch an der vielseitigen musikalischen Gestaltung durch den Bläserchor und zahlreiche Lehrkräfte.

Nach dem Gottesdienst begab man sich in die Aula zur Verteilung der Zeugnisse, auch dieser Teil des Tages wurde festlich und beschwingt vom Bläserchor unterstützt. Nachdem die Konrektorin Anke Müller die Festgäste begrüßt hatte, betrat Bürgermeister Andreas Steppberger die Bühne und stellte fest, wie schnell das letzte Jahr vergangen ist, was ihn dazu bewegte, sein Grußwort unter das Thema „Zeit“ zu stellen. Zeit ist ein kostbares und unwiederbringliches Gut, das hoffentlich gut genutzt wird. Davon, dass die Zeit in Rebdorf keine verlorene Zeit war, ging Steppberger aus. Dass auch die kommende Zeit eine gute sein möge, wünschte er den Absolventen und forderte sie – passend zum Thema des Gottesdienstes – auf, sich für Familie, Gesellschaft und Beruf einzusetzen und dabei Menschen zu bleiben, die ihre Träume und Visionen nicht aufgeben.Ähnliche Gedanken gab die stellvertretende Vorsitzende des Elternbeirats, Simone Meyer, den Schülern mit auf den Weg. Sie ist sich sicher, dass die innere Einstellung viel dazu beiträgt, Ziele zu erreichen, und forderte sie Schüler auf: „Seid mutig, seid neugierig und verliert dabei nicht die gute Laune.“

Wie sich in der anschließenden Ansprache des Schülersprechers Taro Stiller zeigte, ist die Gefahr, die gute Laune zu verlieren, nicht sehr groß. Mit kleinen ironischen Seitenhieben gewürzt, spürte er der Frage nach, wer an diesem Tag eigentlich was feierte und dankte kurz, aber herzlich allen, die zum gelungenen Abschluss beigetragen haben.Als ehemalige Nachbarin und Leiterin der Schulabteilung ergriff anschließend Barbara Staudigl das Wort und spannte einen weiteren Bogen, indem sie auf das Engagement junger Menschen für den Umweltschutz im Rahmen der „Fridays for Future“-Demos einging und die Verantwortung vor allem der jungen Generation für die Zukunft einging. Als Abschluss ihres Grußworts gab sie den Schülern ein Wort von Papst Franziskus mit auf den Weg: „Bleibt kritisch, bleibt mutig, träumt gemeinsam und träumt groß.“Als letzter Redner des Vormittags wandte sich anschließend Schulleiter Hans-Peter Sandner an seine fast schon ehemaligen Schüler (das Abschlusszeugnis mussten sie ja erst noch bekommen). Er sprach darüber, was Jugendlichen im Allgemeinen wichtig ist und wie sich das an der Realschule Rebdorf äußert. Freunde, Familie, Freizeit und Beruf waren schnell erledigt, darüber war schon gesprochen worden und war es offensichtlich: die Familien stehen den Jugendlichen zur Seite, Freunde wurden in den letzten Jahren gefunden.Optimismus und Zuversicht seien ebenfalls von zentraler Bedeutung, ebenso ein beständiges Wertesystem. Das zeige sich bei den Schülern in ihrem ganz konkreten Engagement, etwa bei der diesjährigen Baumpflanzaktion und dem Spendenlauf, bei dem fast 30.000 € an Spendengeldern zusammenkamen. Das zeigt, so Herr Sandner, dass die Schüler den Rebdorfer Geist aufgenommen haben und weiter verströmen.Nach den freundlichen Grußworten erhielten die Schüler nun endlich ihre wohlverdienten Abschlusszeugnisse. Klassenweise und mit kurzen Ansprachen der Klassenleiter und Klassenleiterinnen wurden diese verteilt. Dabei wurden jeweils die drei Klassenbesten besonders erwähnt. Das waren in der 10 a Lorenz Branner, der mit der Traumnote von 1,00 abschließt, sowie Robert Obermeier und Julian Hiemer. In der 10 b Patrick Graf, Daniel Andjelic und Daniel Buchner, in der 10 c Simon Weidenhiller, Felix Bussinger und Johannes Gratzer und schließlich in der 10 d Max Fröse, Clemens Gobleder und Maximilian Amler.Daran anschließend wurden alle Schüler mit einem Einser Schnitt für ihre schulischen Leistungen geehrt, nämlich Lorenz Branner, Robert Obermeier, Julian Hiemer, Lukas Müller, Alexander Schmidt, Fabian Wittmann (alle 10 a) sowie Patrick Graf (10 b), Simon Weidenhiller (10 c), außerdem Max Fröse und Clemens Gobleder (10 d).Ebenfalls geehrt wurden Barbara Schorer und Lilian Hiermeier für ihr Engagement im Elternbeirat. Außerdem erhielten Maximus Mack (10 b) und Konrad Breitenhuber (10 d) die Rebdorfer Ehrenmedaille für ihr langjähriges und unermüdliches musikalisches Engagement in verschiedenen Ensembles – sogar an ihrer eigenen Abschlussfeier spielten beide im Bläserchor.

Nach Gottesdienst, Grußworten und Zeugnisverteilung waren ein Gläschen Sekt, kalte Getränke, Leberkässemmeln und das traditionelle Büffett, das wie immer die Eltern der Schüler der 9. Klassen und der Elternbeirat liebevoll vorbereitet hatten, mehr als willkommen. Bei strahlendem Sonnenschein konnten sich Absolventen, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer bei entspanntem Geplauder stärken, bevor dann Abend noch der Abschlussball auf dem Programm stand.

Elvira Distler
(22.07.2019)