Benefizkonzert

Austro-Pop unterm Regenponcho

Benefizkonzert mit „Austria EI“ zum 60. Geburtstag der Knabenrealschule Rebdorf  

„I hab Nächte lang net g'schlaf'n, nur weil du im Schulhof einmal mit die Aug'n zwinkert hast...“: Der Austropop-Klassiker „Du entschuldige i kenn di“ von Peter Cornelius ist immer ein Mitsing-Garant. Wenn er aber wie vergangenen Samstag von der Eichstätter Formation „Austria EI“ dann auch wirklich im Schulhof gespielt wird und sich im Publikum viele aktuelle und ehemalige Schüler befinden, ist beste Stimmung garantiert – und da tat auch das zwischendurch eher ungemütliche Wetter der Stimmung keinen Abbruch.

Wem es dennoch ein bisschen zu nass von oben kam, der brauchte nur den Stand der Rebdorfer Schülerfirma anzusteuern: Sie hatte neben Decken auch Regenponchos im Angebot, die rege nachgefragt wurden. So konnte es sich das Publikum, dass sich zum Benefizkonzert anlässlich des Jubiläums „60 Jahre Knabenrealschule Rebdorf“ im Klosterhof der Schule eingefunden hatte, dennoch im Freien gemütlich machen, wo es vom Elternbeirat mit Getränken versorgt wurde und sich unter anderem den Kaiserschmarrn der SMV schmecken ließ.

Bevor „Austria EI“ die Bühne betrat, gehörte diese den Schülern selbst. So zeigten die Bläserklassen 5e und 6d unter der Leitung von Harald Eckert, dass sie unter anderem mit der Titelmelodie aus „Fluch der Karibik“ musikalisch den Sommer in den wunderschönen Innenhof bringen konnten. Mit Blasmusik verkürzten außerdem die „Ehemaligen Rebdorfer Bläser“ die Zeit bis zum Konzertbeginn. Einen musikalischen Höhepunkt des Vorprogramms bot die Bigband unter der Leitung von Michael Simon. Die spielte nämlich nicht nur souverän, sondern holte sich auch gleich Verstärkung aus den Reihen von „Austria EI“: zum Beispiel für das beeindruckende „Old time rock’n’roll“ mit Sänger Georg Kleesattel.

Schulleiter Hans-Peter Sandner gab die Bühne schließlich um 20 Uhr frei für „Austria EI“ und damit für einen Abend, an dem die Stimmung Lied für Lied begeisterter und sentimentaler wurde und schließlich – so viel sei vorweg genommen – gegen Ende die knapp 1000 Zuschauer ein kollektives „Großvater, kannst du ned abakumman auf an schnelln Kaffee?“ schmetterten.

Denn natürlich durfte auch dieser Klassiker von S.T.S. im Repertoire von „Austria EI“ nicht fehlen: jener Band, die sich 2014 unter dem Dach des Eichstätter Mut e.V. zusammengefunden und den schönsten österreichischen Liedern der vergangenen 40 Jahre verschrieben hat. Mit den Sängern Georg „Schorsch“ Kleesattel, Thorsten „Toaster“ Heinz und Georg „Schorsch“ Irmer verfügt die Band über ihr ganz eigenes S.T.S., deren Stimmen gerade an den mehrstimmigen Stellen herzergreifend harmonieren. Arrangiert hat die Stücke als musikalischer Leiter Gitarrist Christian Mahler, der zusammen mit Tobias Frey am Bass, Klaus Kopischke am Keyboard, Michael Simon am Schlagzeug, Andreas Kaffka am Saxophon und Anja Albrecht als zweiter Gitarristin eine wunderbar spielfreudige Truppe zusammengestellt hat.

Zu hören bekam das Publikum Lustiges wie „Macho Macho“ oder „Calafati“ genauso wie Nachdenkliches wie „Irgendwann bleib i dann dort“ oder „Wohin die Reise“. Kein „Austria EI“-Konzert kommt außerdem ohne Klassiker wie „Es lebe der Zentralfriedhof“ aus – und schon gar nicht ohne „Weus´d a Herz hast wie a Bergwerk“: Da wundert es nicht, dass dem Publikum das Herz aufging und die Band erst nach mehreren Zugaben in die Nacht entließ.

Elisabeth Wein
(16.7.2019)