Motivationstrainer

ErMUTigungs-Vortrag von Johannes Warth

Für die 8., 9. und 10. Klassen hatte der Elternbeirat der KRS heuer einen Vortrag zum Thema "Er-MUT-igung" organisiert. Hierzu war Johannes Warth aus Wolfegg am westlichen Rand des Allgäu angereist, der von sich selbst sagt, er habe den Beruf des Ermutigers zu seiner Lebensaufgabe gemacht. Er bot den Zuschauern eine bunte Mischung aus zahlreichen Wortspielen, Wortwitz, Schauspiel und Action, die nie langweilig wurde.
Schon vor Beginn des Vortrags konnte man erkennen, dass Johannes Warth jemand ist, der genau beobachtet und analysiert. Wie gehen wir aufeinander zu? Wie begrüßen wir einander? Wie sehen wir einander an – geben wir uns "Ansehen"?
Die Art und Weise, wie die Schüler die Aula füllten, wurde dann auch gleich als Einleitung zum Vortrag thematisiert: Die ersten trauten sich zu den mittleren Reihen vor, dann wurden die Reihen nach hinten komplett aufgefüllt. Die letzten mussten sich dann wohl oder übel weiter vorne niederlassen, was der Redner mit dem biblischen Wort "Die Letzten werden die Ersten sein!" kommentierte. "Wer möchte in der zweiten Reihe sitzen? Es gibt auch nachher was geschenkt!" Dieser Aufforderung folgten dann auch vier oder fünf Schüler, die anschließend für ihren Mut gelobt wurden. Johannes Warth stellte klar, dass ihm das Wort "MOTivation" eigentlich gar nicht so recht sei – vielmehr müsse es "MUTivation" heißen, denn es gehe ja um MUT machen und MUTig sein und nicht um "MOT machen". Fazit aus diesen Betrachtungen: "Schauen Sie, dass Sie ganz vorne mit dabei sind!"  

Genauso wurde der Begriff "Erfolg haben" analysiert: "Wer hat gerne Erfolg?" Erfolg – Er folgt – Das ist die Folge von... – Du erntest, was du säst. Ich säe etwas und wenn es dann keimt und wächst, sage ich dann: "Huch, damit hab ich jetzt aber nicht gerechnet..."?
Damit wurde zum Thema "Innere Einstellung" übergeleitet, welches Johannes Warth mit schauspielerischen Einlagen darstellte: Wer mit schlechter Laune morgens in die Schule oder zur Arbeit "schlurft", kann ja keinen Erfolg haben. "Glaubenssätze sind immens wichtig!" Wie machen es die Spitzensportler, die Erfolg haben? Sagen die sich vor einem Wettlauf: "Okay, das wird schwierig, ich habe kaum eine Chance, ich werde vielleicht den 19. Platz erreichen..." ? Nein. Sie sagen sich: "Ich will es schaffen! Ich will erster werden!" In diesem Zusammenhang nannte der Redner den Begriff der "self-fulfilling prophecy" – der selbsterfüllenden Prophezeiung: Die innere Einstellung "Das schaff' ich eh nicht!" hat zur Folge, dass es wirklich nicht klappt.  

Von der inneren Einstellung ging es zum Einstellungsgespräch: Auch dort sei die innere Einstellung sehr wichtig. "Das Beste, was denen passieren kann, ist, mich einzustellen!" Dieser Glaubenssatz solle mit einem aufrichtigen, also aufrechten und somit selbstbewussten Auftreten unterstrichen werden, was schon bei der Begrüßung beginne.
Nun wurden die bei uns üblichen Rituale der Begrüßung genauer unter die Lupe genommen. Aufstehen – Ansehen – Hand geben – womöglich beide Hände dem Gegenüber entgegenstrecken. Dies komme aus dem Mittelalter und zeige: "Ich habe keine Waffe in der Hinterhand! Du kannst mir vertrauen, ich bin aufrichtig."

Johannes Warth erläuterte im weiteren Verlauf seiner Präsentation, dass jede schwierige Bedingung auch eine Chance in sich trage. Dazu brachte er das von ihm erfundene "schwäbische Schlagzeug" auf die Bühne, welches aus Pappkartons und Konservenbüchsen besteht. Dieses habe ihn mal gerettet, als bei einer Veranstaltung das Mikrofon immer wieder Aussetzer hatte.
Das Schlagzeug kam nun auch sogleich zum Einsatz: Gekonnt brachte er die Zuschauer dazu, gemeinsam einen flotten Rhythmus zu performen, der durch Gruppe A – "Hey!" und Gruppe E – "Ho!" getragen wurde. Dies führte zu seiner nächsten Erkenntnis: "Bloß nie die gute Laune verlieren!", denn "froh-lockend" sei das Gegenteil von "miesgelaunt-vertreibend". Letzteres trage sicher nicht zum Erfolg bei.

Sein motorisches Geschick stellte der Vortragende im Folgenden unter Beweis, um die These zu illustrieren, es sei nie zu spät, etwas Neues zu machen. Denn nach der Ausbildung solle es nicht "Aus mit Bildung" sein, sondern WEITERbildung sei wichtig! Jeden Tag solle man Neues wagen, Neues lernen. Schon EIN Wort pro Tag in einer neuen Sprache zu lernen, zum Beispiel Chinesisch, sei unendlich mehr als KEIN Wort zu lernen. So habe er vor nicht allzu langer Zeit mit dem Jonglieren begonnen. "Können Sie jonglieren?" – "Ich kann nicht!" sollte ersetzt werden durch "Ich kann NOCH nicht!" Der Start, mit einem Ball zu jonglieren, sei ihm dann auch recht leicht gefallen: "Wer sagt denn, dass es nur mit drei Bällen wahres Jonglieren ist?" Für zwei und drei Bälle brauche man ein paar Stunden, für vier Bälle sei wochenlanges Training vonnöten. Schlussendlich sei es ihm sogar mit fünf Bällen gelungen, wie er unter Applaus auf der Bühne bewies. Dies führte wiederum zum Kernthema des Vortrags: Wenn ein Ball herunterfällt: Aufheben! Weitermachen! Mut machen! Mir selbst zeig' ich's!
"Der Zug Ihres Lebens fährt in die Richtung, die Sie jetzt einschlagen!" So wolle er Mut machen, Praktika zu nutzen, Möglichkeiten zu erforschen und Ziele vor Augen zu haben. Der Fokus auf das Wesentliche sei wichtig.
Zur Veranschaulichung dieser Gedanken baute Warth einen Versuch auf: Eine brennende Kerze, die er in etwa fünf Metern Entfernung auf einem Stativ befestigte. "Löschen Sie die Kerze!" – Klar, dass eifriges Pusten in die Richtung der Kerze keinen Erfolg brachte, auch nicht in Verbindung mit intensiven Gedanken an eine Laserbündelung des Luftstroms. Nun packte der Referent einen Langbogen aus. " Wenn ein Weg nicht möglich ist, wählen Sie einen anderen Weg!" und "Man braucht das richtige Werkzeug!" Dieses tolle Instrument würde jedoch gar nichts helfen, wenn man nicht wisse, wie es angewendet werde. Daraus folgte die Erkenntnis, dass alles Wissen irgendwann mal gebraucht werden könne. Der neue Weg – die Kerze mit dem Pfeil ausschießen – illustrierte dann auch anschaulich das Vorgehen, mit dem sich Ziele erreichen lassen:
·Das richtige Werkzeug wählen (Langbogen)
·Das Ziel vor Augen haben (Kerze löschen)
·Die innere Einstellung ("Ich schaffe das!")
·Kraft aufbringen (den Bogen spannen)
·LOSLASSEN (die Sehne loslassen)
...und wenn es nicht gleich klappt, dann die zweite Chance nutzen! Und die dritte! Nicht aufgeben! "Lassen Sie sich Ihr Vertrauen nie wegnehmen!"
Dass das Löschen der Kerze diesmal auch nach mehreren Versuchen wirklich nicht geklappt hat, war bei dieser Vorstellung letztendlich nebensächlich – manchmal ist auch Abwarten ein Weg – die Kerze wäre nach 2-3 Stunden eh von selbst ausgegangen...  

Am Ende lobte der Redner insbesondere sein Publikum – so aufmerksame Schülerinnen und Schüler, die zuhören und mitmachen, ohne zu stören, habe er selten erlebt!

Simone Meyer, Elternbeirat, 06.02.2019