LesungSchneider

Seppi zu Besuch in Rebdorf

Am 1. April 2019 war der Schriftsteller Hans-Peter Schneider an der Knabenrealschule Rebdorf zu Gast und las für alle fünften Klassen aus seiner humorvollen Comic-Roman-Reihe „Seppis Tagebuch“ vor.

Bereits vor Beginn der Autorenlesung zeigte der Autor, dass ihm, ebenso wie seiner Hauptfigur Seppi, der Schalk im Nacken sitzt. Er schickte der Schulleitung und den Lehrern der 5. Klassen einen Aprilscherz, indem er kurz vor acht Uhr wegen Krankheit die anstehende Lesung kurzfristig absagte.

Doch bald darauf stand Schneider schelmisch lächelnd in der Tür und begrüßte die Anwesenden mit einem freudigen „April! April!“. Das sollte nicht der letzte Aprilscherz gewesen sein. Bevor der Autor aus „Seppis Tagebuch“ lesen konnte, musste er zunächst als Preither alle bekannten Schülergesichter und Nachbarskinder begrüßen: „Ich finde es toll, dass ihr alle hier seid, obwohl draußen eine riesengroße Leinwand aufgebaut wird!“ Natürlich stürmten alle Schüler sofort zum Fenster, um nachzusehen, was sie während der Lesung verpassten. Ein spitzbübisches „April! April!“ löste die Situation jedoch schnell wieder auf und nun waren alle bereit für die Vorstellung der Hauptcharaktere. Dass die meisten Rebdorfer bereits ein oder mehrere Bücher gelesen haben, wurde spätestens dann klar, als alle 113 Schüler lautstark die Namen der Romanfiguren durchs Schulhaus brüllten. Diese Stadionatmosphäre setzte sich fort, als über Seppis Lieblingsfußballmannschaft, den 1. FC Bayern München, gesprochen wurde. Hans-Peter Schneider fing an, aus seinem ersten Band „Passt scho!“ vorzulesen, als sich ein Schüler meldete und fragte, wieso er, Herr Sachar, sein Buch „Löcher“ genannt habe. Leicht irritiert sah Hans-Peter Schneider in die Runde und als einige Schüler das Buch „Löcher“ in Luft hielten und nach Autogrammen fragten, antwortete er verdutzt lächelnd: „Das ist auch ein tolles Buch, aber das falsche. Ich unterschreib dann einfach mit Sachar.“ Erst jetzt wurde ihm klar, dass auch ihm der April geschickt wurde. Anhand einer Power-Point-Präsentation projizierte er einzelne Szenen aus seinen sechs Büchern an die Wand und ließ die Schüler aktiv an seinem Roman teilhaben, indem er nach Spekulationen über Gedanken und Gefühle der Comicfiguren fragte. Als erfahrener Deutschlehrer verstand er es, die einzelnen Szenen aus dem Buch zum Leben zu erwecken. So schlüpfte er gekonnt in die verschiedenen Rollen und gab durch sein schauspielerisches Talent jeder Figur eine eigene Mimik und eine individuelle Stimme. Zum Ende seiner Lesung stellte er die „5 Höllenschwestern“ vor, zu denen auch Seppis „Rambo-Oma“ zählt: „Oma ist die härteste Waffe der Höllenschwestern. Durch das gekonnte Einsetzen der bayerischen Jugendsprache („übel Oida“) spricht er die Schüler direkt an und bewirkt damit schließlich, dass alle Fünftklässler mit ihm zusammen „Omas Lied“ singen:
„Eine Busfahrt, die ist lustig, eine Busfahrt, die ist schön, ja da kann man süße Buben mit der Oma schunkeln sehn!“
Hans-Peter Schneider stellte sich anschließend bereitwillig den vielen neugierigen Fragen der Schüler. Neben dem Interesse an seinem Auto und an etlichen gemeinsamen Bekannten wurde auch gefragt, wie er zum Schreiben gekommen sei. Der Autor antwortete, dass er zunächst nur im Preither Fasching Sketche geschrieben und danach als geouteter Weihnachtsfan das Buch „Weihnachtsstern“ verfasst habe. 2008 kam dann das erste Seppi Buch auf den Markt. Auf die Frage, ob er denn jetzt Multimillionär wäre, lachte Schneider und stellte klar, dass er vom Verkauf eines Buches recht wenig verdiene und somit gerne noch als leidenschaftlicher Lehrer weiterarbeite. Außerdem wollten die Schüler wissen, wie lange er denn an einem Buch arbeite. Der Autor erklärte, dass er für eine Seite zirka eine halbe bis ganze Stunde brauche und an einem Buch schreibe er etwa sechs Monate lang. Als alle Fragen beantwortet waren, nahm sich Hans-Peter Schneider noch Zeit, um Seppis Autogrammkarten und mitgebrachte Bücher persönlich zu signieren. Maria Dirsch