Schultheater2018

Kurzweilige Theatervorführung an der Knabenrealschule Rebdorf

Wer von uns kennt das nicht? Man nimmt sich etwas vor, doch dann kommt es doch anders als gedacht. Ganz unter diesem Motto stand die Theaterproduktion, die an der Knabenrealschule Rebdorf in der letzten Woche des Schuljahres aufgeführt wurde. Dabei passt der Titel des Stückes "Erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt" in diesem Jahr wohl kaum besser als je zuvor, denn auch der Tag der Premiere musste im Vorfeld verschoben werden. 

Doch dann durften die Fünft- bis Achtklässler das lange im Vorfeld einstudierte Stück am Dienstagvormittag vor ihren Mitschülern und am Abend schließlich vor Eltern, Lehrern und Angehörigen aufführen.

Im ersten Akt der Inszenierung scheint es zunächst, als wäre Emma Scholles Glückstag. Haushälterin Emma Scholle, die äußerst überzeugend und authentisch von Fünftklässlerin Aulona Bojaj gespielt wird, erwartet eigentlich ihre Freundinnen zum geselligen Spieleabend. Allerdings kommen die "Herrschaften Hecht" früher als gedacht wieder nach Hause, sodass aus der ursprünglichen Damenrunde leider nichts wird und für Emma die Pflicht ruft. Als "Mädchen für alles" kümmert sie sich liebevoll um die Wünsche von Fabrikant Herrn Hecht (Edgar Heinz) und dessen Nichte Marion (Aliyah Karges). Die beiden kehren jedoch nicht alleine zurück, sondern haben noch zwei weitere Gäste im Schlepptau, die sämtliche Erwartungen sprengen, denn sie betreten das Anwesen mit zum Teil hinterlistigen Gedanken.

Ingenieur Lutz Romberg (Alexander Bayer), der in der Firma Hechts beschäftigt ist und mit seinen genialen Innovationen rund um die Organisation des Haushaltes das Interesse des Hausherrn auf sich zieht, schmiedet sogar im Laufe des Werkes Hochzeitspläne: Er will sich mit Marion vermählen, die allerdings nichts von ihrem Glück ahnt und stattdessen ein Auge auf den zweiten Gast, Frank Klau, geworfen hat. Leider musste die Theater AG bei der Besetzung dieser Rolle krankheitsbedingt improvisieren, sodass vormittags Paul Ziller und abends schließlich Spielleiter Andreas Völker kurzerhand selbst in die Rolle schlüpfte.

Dass der fremde Schönling ein Trickbetrüger ist, der sich nicht für Marion interessiert, sondern vielmehr ein Auge auf den Schmuck der vermögenden Gastgeber geworfen hat, stellt sich im Laufe des Stückes heraus. Gleich bei seiner Ankunft beginnt Klau nach einer mysteriösen Zahnpastatube im Müll zu suchen, da diese angeblich noch nicht ganz leer sei. Wie sich im Laufe der Handlung dann aber herausstellt, ist er auf der Suche nach "dem Auge der Isis", einem wertvollen Klunker, den er zuvor clever entwendet hatte.

Als sich der Vorhang ein zweites Mal hebt, bewirbt sich aber zunächst unter dem Pseudonym "Ewaldino Broselino" (Simon Behr) auf die Stelle des Butlers im Hause Hecht. Fabrikant Hecht treibt seine derzeitige Haushälterin Scholle nämlich, wie er selbst behauptet, in den Wahnsinn. Wie das Publikum später allerdings feststellt, handelt es sich bei dem vermeintlich "neuen Butler" tatsächlich jedoch um den "Überlebenskünstler" Ewald Brösel, der vor 20 Jahren seine Frau Emma Scholle nach nur drei Tagen Ehe mitsamt ihrem Vermögen "verlassen" hat. Zu Beginn scheint das Wiedersehen von großer Freude zu sein. Das wiedervereinte Ehepaar plant daher, gemeinsam im Hause Hecht für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen, doch die Harmonie ist nicht von langer Dauer, denn auch Brösel führt nichts Gutes im Schilde: Gemeinsam mit seiner neuen Komplizin "Vivian", die von Magdalena Wisgott mit großer spielerischer Leistung inszeniert wird, plant der Gauner bereits einen neuen Coup. Versicherungsdetektivin Inge Blum (Lena Schneider), die zeitweise als "Molly" auftritt, hat eine wichtige Schlüsselrolle in dem Theaterstück. Sie führt den Gauner Frank Klau hinters Licht, indem sie sich als seine in den vergangenen Jahren deutlich optisch veränderte Diebespartnerin ausgibt. So erschleicht sie sich sein Vertrauen und überführt ihn letztendlich, bevor dieser die Fabrikantenfamilie Hecht unbemerkt ausrauben konnte. Bei der Abreise stellt sie ihn zur Rede und ordnet an, diesen bis zum Auftauchen der Polizei im Heizungsraum festzuhalten.

Das Theaterstück überzeugte die Zuschauer durch witzige Anekdoten aus dem Alltag und klischeehafte Szenen. Dadurch fiel es dem Publikum leicht, dem Auf und Ab der Handlung zu folgen. 

Das diesjährige Schauspielteam bestand vor allem aus Schülerinnen und Schülern der 7. Jahrgangsstufe, die bereits zum zweiten Mal in Folge Bühnenerfahrung gesammelt haben. Dass die jungen Schauspieler talentiert sind, konnte das Publikum an den nur seltenen Pannen erkennen. Die Begeisterung und große Freude an der Inszenierung steckte die Zuschauer förmlich an, die den Talenten langen und ausgiebigen Beifall nicht nur am Ende, sondern vor allem auch während der einzelnen Auftritte entgegenbrachte. Andreas Völker bewies in diesem Jahr erneut, dass er sich mit großer Hingabe für die Theater AG einsetzt, denn nicht nur als Regisseur und Souffleur half er seinen Schauspielern in holprigen Szenen schnell weiter, sondern er übernahm in diesem Jahr spontan eine eigene Rolle. Bei der Inszenierung dieses Stückes konnten sich das Ensemble auch in diesem Jahr auf die Unterstützung durch die Technikergruppe, die von Dr. Peter Rögner geleitet wurde, verlassen. Das gesamte Team sorgte für einen reibungslosen Ablauf während der Aufführung.

Franziska Berlinghof, Quelle: EK