Projektschulaufgabe in den 8. Klassen

Projektschulaufgabe in den 8. Klassen

Bereits seit mehreren Jahren wird in den 8. Klassen eine Deutschschulaufgabe durch ein sogenanntes "Bewertetes Projekt" ersetzt. Unter einem sehr breit angelegten Oberthema sollen die Schülerinnen und Schüler hier fächerübergreifend als Team arbeiten, moderne Recherchemethoden nutzen, selbstständig (aber auch mit Hilfe ihrer Lehrkräfte) Sachverhalte erforschen und ihre Ergebnisse anschaulich und überzeugend präsentieren. Außerdem muss ein "Projekt" vorgelegt werden, ein greifbares und sichtbares Ergebnis der Arbeit. In diesem Schuljahr stand die Projektarbeit unter dem breiten Thema "Kleidung". Die Jungen und Mädchen hatten die Wahl zwischen mehr als 30 Themen aus den unterschiedlichsten Fächern: Englisch und Französisch waren ebenso vertreten wie Geschichte und Geografie, Biologie oder Religion/Ethik, Kunst und Werken. So arbeiteten Gruppen über französische Sporttrikots, andere versuchten dem Geheimnis der Funktionskleidung auf den Grund zu gehen. Es gab ein Team, das sich mit den Trachten aus Eichstätt beschäftigte oder die Kleidung in der Barockzeit erforschte. Die bekannten Modefirmen "Levis" und "Nike" standen im Mittelpunkt anderer Arbeitsgruppen. Durch diese große Auswahl, die allen Schülern unabhängig von der Wahlpflichtfächergruppe zur Verfügung stand, sollte sichergestellt sein, dass alle ein für sie interessantes und zu bewältigendes Thema finden konnten. Nach der Wahl der Themen standen den frei gewählten Gruppen zwei Wochen lang insgesamt etwa 30 Arbeitsstunden während der Unterrichtszeit zur Verfügung, in denen neben den Deutschlehrerinnen immer auch Fachlehrer befragt werden konnten (oder Tipps gaben, ohne danach gefragt worden zu sein ...). Um die Arbeit effektiv zu machen, konnten eigene Laptops mitgebracht, IPads von der Schule ausgeliehen und eigens angelegte Internetzugänge genutzt werden. Bereits in der Arbeitsphase zeigte sich, dass viele Schüler die Chance, die diese andere Art zu arbeiten bietet, gut nutzen konnten. Andere konnten mit dieser vermeintlichen "Freiheit" nicht so gut umgehen und kamen daher nur zögerlich voran. Auch die Hilfe der beteiligten Lehrkräfte wurde in sehr unterschiedlichem Ausmaß angenommen. Nach Abschluss der Erarbeitungsphase mussten die Ergebnisse zum einen in "Projektmappen", zum anderen in einem Teamvortrag präsentiert werden. Wie zu erwarten, war die Qualität dieser Präsentationen breit gefächert. Auch wenn nicht alle Schüler die Chance nutzen konnten oder wollten, die dieses Projekt ihnen bot, gibt es doch etliche gute Ergebnisse, die zu Bewertungen führten, die bei einer normalen Deutschschulaufgabe nicht erreicht worden wären. Es gab mehrere Präsentationen, die für die beteiligten Lehrkräfte und die Klassen interessant und unterhaltsam waren. So traten die Schüler und Schülerinnen, die sich mit den Trachten in Eichstätt befasst hatten, alle in Dirndl und Lederhosen vor die Klasse. Auch einige der vorgelegten Endprodukte konnten überzeugen und zeigen den Einfallsreichtum der Achtklässler: So gab es ein Fotobuch mit einem fast professionellen Fotoshooting im Dirndl, eine andere Gruppe drehte einen bekannten Werbespot für Levis-Jeans nach und das Team, das über Kleidung in anderen Kulturen arbeitete, erstellte ein Video - damit kann sich jeder ein Paar Sandalen aus Autoreifen nachbauen. Besonders erwähnenswert ist die Aktion des Teams, das sich mit "Ethischen Aspekten der Kleiderherstellung" befasst hat. Als "Projekt" starteten sie eine Altkleidersammlung in der Schule. Sie nahmen Kontakt zur Caritas auf und besorgten sich die Zustimmung der Schulleitung. Dann entwarfen sie ein Flugblatt und baten ihre Mitschüler um Kleiderspenden. Diese sammelten sie an drei Tagen in den Pausen ein, sortierten und verpackten sie und übergaben sie dann an Josef Wintergerst von der Caritas - hier ist es sehr schön gelungen, die theoretische Arbeit tatsächlich in ein sinnvolles Projekt umzusetzen.

Elvira Distler