Kreuzweg 2018

Kreuzweg

Gemeinsamer Kreuzweg vor den Osterferien

Auch in diesem Jahr feierten die Schülerinnen und Schüler der KRS kurz vor den Osterferien einen Kreuzweg, um sich auf die bevorstehende Heilige Woche einzustimmen. In drei Stationen betrachteten sie, wie Jesus auf seinem Leidensweg Brücken schlägt zu Menschen, denen er mitten im eigenen Leid begegnet. 

In einer ersten Station wurde in den einzelnen Klassen Veronika in den Blick genommen. Sie, die einfache Frau, die inmitten des schrecklichen Geschehens mit ihrem Schweißtuch, das sie Jesus reicht, wenigstens ein bisschen helfen will, ist als Gebende die eigentlich Empfangende. Nach der Legende habe nämlich der Mann aus Nazaret ihr im Schweißtuch sein Antlitz geschenkt. Die tiefere Wahrheit hinter dieser Begegnung ist, dass Jesus und seine Weise, Mensch zu sein, in ihr einen „tiefen Eindruck“ hinterlassen hat. Buchstäblich hat er sich in ihr Inneres „eingeprägt“ und sie von daher verwandelt in „sein Bild“. Und genau das können Menschen noch heute erleben. Wer sich ansprechen lässt vom Gekreuzigten, wer inmitten von Leid und Unrecht sich einsetzt, der wird letztlich von Jesus geprägt. Er trägt sein Gesicht und gibt seiner Liebe und Menschenfreundlichkeit in dieser Welt eine Chance.  

Bei der zweiten Station kamen alle Klassen einer Jahrgangsstufe in sechs größeren Gruppen im Freien zusammen und betrachteten die Begegnung Jesu mit den weinenden Frauen von Jerusalem. Anhand der Sinnesorgane wurde deutlich, dass dieser selbst noch auf seinem Kreuzweg für andere Menschen 

ein waches Auge hat, das sie in ihrer Not sieht. 

seine Ohren öffnet, damit er ihre Klagen hört. 

gute Worte für sie findet, die aufbauen und Mut machen. 

einen „guten Riecher“ hat für das, was wirklich zählt.

eine helfende Hand hat, die zupackt und Leid mindert. 

und ein liebevolles Herz hat, das andere bestärkt, das eigene Leben zu wagen. 

Buchstäblich wird Jesus trotz seines eigenen Leids in seinem Handeln zum Brückenbauer, der Menschen zu sich selbst führt, der ein liebendes Miteinander ermöglicht und der uns einen Weg zu Gott bahnt. 

Dies war der dritte Gedanke, der im großen Schulhof den Abschluss des Kreuzweges bildete und zu dem nun alle Schülerinnen und Schüler zusammenkamen. 

So wie das Kreuz oben und unten, links und rechts verbindet, so will es alle Menschen zusammenführen. Bildlich dargestellt wurde dies mit einem Puzzle-Kreuz. Jede der sechs Jahrgangsstufen brachte einen Teil dieses Kreuzes mit. Jetzt konnte es zusammengesetzt werden und die Einheit, die von ihm ausgeht, deutlich sichtbar werden. 

Ausgehend vom Gedanken aus dem Epheserbrief, bei dem es heißt, dass „Jesus durch sein Sterben die trennende Wand der Feindschaft niederriss“ und er als der „Friede alle Menschen vereinigte“ (Eph 2,14) wurde das Kreuz als die Brücke Gottes zu uns, aber auch als Weg zu uns selbst und zu unseren Mitmenschen entdeckt. 

Doch damit noch nicht genug. Wer, so wurde nun deutlich, sich auf den „Kreuz-Weg“ begibt, der kann selbst zum Brückenbauer werden. Wer Jesus nachfolgt baut mit an einer Welt, in der die Menschen besser zu sich finden können und friedlicher miteinander zu leben beginnen. Wer sich mit Jesus auf den Weg macht, der wird sicher eine Brücke zu Gott finden und in ihm den Sinn seines Lebens erahnen.

Sehr gut fügten sich diese Gedanken an den MINT-Projekttag der sechsten Klassen an, die in den ersten Unterrichtsstunden vor dem Kreuzweg sich mit dem Thema „Brücken bauen“ beschäftigten und darin sich Gedanken machten, was Menschen verbindet und wie sie besser zueinander finden können. So sprachen die Schülerinnen und Schüler über den Umgang miteinander und über das, was Gemeinschaft ermöglicht und trägt. Ganz praktisch wurde es auch: So fertigten sie selber Brücken aus verschiedenen Hilfsmitteln. 

Andreas Völker, Fachschaftsleiter Religion