Waldprojekt2017

10 Jahre „Waldprojekt“

(31.7.2017)

Wie alles begann:
Im September 2006 beteiligte sich erstmals das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ingolstadt an den Kennenlerntagen für die neuen Schüler der 5. Jahrgangsstufe. Bietet sich der Besuch im naheliegenden Wald der Hl. Geist-Spitalstiftung geradezu dazu an.
Im selben Jahr startete auch ein Pilotprojekt: Über die reine Hausaufgabenbetreuung hinaus wurde für die Schüler des Tagesheims ein umfangreiches waldpädagogisches Projekt angeboten. Der Erfolg dieser Pilotphase und die Begeisterung der beteiligten Schüler waren Grund genug, diese Erweiterung des Tagesheimprogramms auch in den kommenden Schuljahren fortzusetzen. Ab dem Schuljahr 2007/2008 etablierte sich schließlich dieses Projekt als Wahlfach „Geoökologie“ zunächst für die Schüler der 6. Jahrgangsstufe, ab dem Schuljahr 2011/2012 dann für Schüler der 5.-8. Jahrgangsstufen.
Die Konzeption des Projekts sowie die Planung der Nachmittage übernahmen die Förster des Walderlebniszentrums (WEZ) in Schernfeld. In den letzten Jahren koordinierte Herr Andreas Müller die Termine und begleitete die Gruppe, soweit es ihm möglich war. Herr Andreas Böhm war besonders gefragt, wenn es darum ging, einen Baum zu fällen und zu bearbeiten. Die Durchführung der Nachmittage oblag in der Regel den Jugendlichen, die im WEZ ein freiwilliges ökologisches Jahr absolvierten. Mit großem Einsatz und vielfältigen Ideen gestalteten sie diese Nachmittage. Von Seiten der Schule übernahm die ersten drei Jahre Frau Claudia Küster, dann ein Jahr Herr Christian Sachsenhauser und anschließend Frau Evelin Fischer die Verantwortung für die Gruppe.
In Spielen, Experimenten, Bestimmungsübungen und durch eigenes Erkunden des Waldes wurden Zusammenhänge im Ökosystem Wald aber auch Artenkenntnis spielerisch und interessant vermittelt. Zudem wurden Bäume und Sträucher gepflanzt und Bäume gefällt. Die gefällten Bäume mussten anschließend entastet und entrindet und zu Brettern verarbeitet werden. Daraus entstanden dann z.B. Brotzeitbretter, ein Komposter für den Schulgarten und Sitzbänke. Ebenso wurden Nistkästen und Insektenhotels angefertigt. Aber nicht nur handwerklich geschickte Kinder kamen auf ihre Kosten, bei „Land-Art“ konnten die Künstler ihre Kreativität und Fantasie unter Beweis stellen. Für Weihnachten entstanden aus Naturmaterialien Geschenke. Aber auch wirtschaftliche Fragen wurden erörtert. Daher war es für die Schüler kein Problem, bei der Eröffnung der Ausstellung über die“ Nachhaltigkeit unserer Wälder“ (2014) sowie am Aktionstag „Zukunftswald“ (2017) mit ihrem Wissen zu glänzen. Das Schuljahr ließen wir in den letzten Jahren stets mit einer Exkursion in den Schernfelder Forst verbunden mit Grillen und Stationen auf dem Abenteuerpfad ausklingen.

„Waldprojekt“ im Schuljahr 2016/2017
Im Schuljahr 2016/2017 nahmen 10 Schüler (Sebastian Bittl, Leonhard Wickstrom, Matthias Lang, Alexander Bayer, Simon Behr, Jeremias Felkner, Florian Sandner, Manuel Schuster, Edgar Heinz und André Straßer) und eine Schülerin (Jessica Meyer) am Wahlunterricht teil. An 18 Nachmittagen begaben wir uns meistens auf den Weg in den nahegelegenen Spitalwald. Dort suchten und bestimmten wir z.B. Pilze, Frühjahrsblüher oder Bäume. Wir machten uns Gedanken, wie die Tiere des Waldes überwintern können oder wie sie jagen. Erstmals ergab sich im Januar auch die Möglichkeit, Tierspuren im Schnee zu suchen und zu bestimmen. Obligatorisch wurde auch heuer wieder ein Baum gefällt und zu gemütlichen Sitzbänken für den Pausenhof verarbeitet. Kleinstlebewesen fanden wir nicht nur im Waldboden; im Juni packten wir Kescher und Becherlupen aus und wagten uns ins Altmühlaltwasser und in die Fischtreppe beim Kraftwerk. Wir staunten nicht schlecht, wieviele verschiedene Tierarten wir fanden. Am Aktionstag „Zukunftswald“ beteiligten wir uns mit selbstgebastelten Vögeln aus Draht und Papier. Die Anfertigung kostete zusätzlich Zeit (drei Nachmittage waren wir damit beschäftigt!) und Geduld. Aber am 30. Juni konnten wir sie stolz auf dem Eichstätter Residenzplatz präsentieren. Am letzten Nachmittag ging es wieder in den Schernfelder Forst zum Grillen auf dem Waldzeltplatz und auf den Abenteuerpfad.
Zuletzt möchten wir uns noch bei allen bedanken, die uns begleitet und unterstützt haben, allen voran den beiden FÖJ`lern Theresa Meier und Andreas Gilla, die sich vielerlei einfallen ließen uns zu beschäftigen, den Förstern Andreas Müller und Andreas Böhm, den Hausmeistern sowie den Werkenlehrern Herrn Sußbauer, Frau Baur und Herrn Graf.

Aktion Wald-Zukunft – Zukunftswald

Begleitend zum Altstadtfest fand in diesem Jahr am Residenzplatz in Eichstätt am Freitag, den 30. Juni von 10 bis 19 Uhr eine Kunst- und Mitmachaktion „Wald-Zukunft – Zukunftswald“ statt. Zu diesem Motto zeigten die Kunst- und Werkenklassen von sieben Schulen (Gabrieli- und Willibald-Gymnasium, Mittelschule Schottenau, Caritas-Kinderdorf Marienstein, Knabenrealschule Rebdorf, Maria-Ward-Fachakademie und Montessori-Schule), wie sie anhand von Installationen und Kunstobjekten mit diesem Thema umgehen. Mitmachelemente für die Besucher wurden ebenfalls bereitgestellt.
Die Schüler des Wahlunterrichts „Waldprojekt“ waren sogleich begeistert, beim Projekt „Zukunfts-wald“ mitzumachen; ahnten sie zuerst nicht, dass es sich um ein Kunstprojekt handelt. Jedoch fanden sie schnell Unterstützung durch die Schüler der Werkenklassen der 7. Jahrgangsstufe. Hier stand als Lerninhalt gerade „Papier“ auf dem Programm. So wurde beschlossen, Vogel-Modelle aus Draht und Papier anzufertigen. Vögel gehören zum Wald, auch im Zukunftswald.
Unter der Anleitung von Frau Baur und Herrn Graf kreierten die Schüler Vögel, wie sie sich diese in der Zukunft vorstellen.
Am Aktionstag wanderten alle Beteiligten zum Residenzplatz. Dort mussten zuerst die Vogel-Modelle installiert werden. Dies war gar nicht so einfach. Das Blattwerk der Bäume war so dicht, so dass die Modelle zuerst auf Latten befestigt werden mussten, bevor sie in den Bäumen verankert werden konnten. Zur Sicherung der Leiter bzw. zur Sicherung von Herrn Graf, der dies Wagnis übernommen hatte, standen die kräftigsten Schüler bereit.
Die anderen Schüler halfen, den Residenzplatz in eine bunte Oase zu verwandeln. Mit Malkreiden, die u.a. Schüler des Gabrieli-Gymnasiums hergestellt hatten und Spraydosen, versuchten sie den grauen Residenzplatz bunt zu gestalten.
Auch konnten sie die Mitmachaktionen u.a. vom WEZ (Walderlebniszentrum), die das Projekt „Wie gestaltet man den Wald der Zukunft“ anboten, testen. Hier waren die Schüler des „Waldprojekts“ unschlagbar!
Leider war die Resonanz bei der Bevölkerung am Nachmittag sehr gering. Trotzdem, was die Eichstätter Schulen an diesem Tag bewerkstelligt haben, war aller Ehren wert.

Evi Fischer