Entlassfeier2017

Entlassfeier an der KRS-Rebdorf

(25.7.2017)
101 Schüler haben die Mittlere Reife bestanden

Strahlender Sonnenschein sorgte am Freitag, 21. Juli, für den passenden Rahmen zur feierlichen Verabschiedung der diesjährigen Absolventen der KRS-Rebdorf. Der Tag begann traditionsgemäß mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Johannes der Täufer in Rebdorf.
„Schuhe“ waren der rote Faden, der sich durch den gesamten Gottesdienst zog. Mehrere Eltern der Entlassschüler brachten die Schuhe ihrer Söhne mit und sprachen über die damit verbundenen Erinnerungen: Vom Babyschuh, mit dem ihr Sohn laufen lernte, zu den Kinderschuhen, denen er inzwischen entwachsen ist. Von den Inline-Skates, mit denen es meist gut läuft und geschmeidig rollt, zu den Flipflops, in denen man auch einmal Freizeit und Entspannung genießen kann. Schuhe, so Andreas Völker, sind ein Symbol für die Schritte, die wir im Leben machen, und für die Spuren, die wir hinterlassen. Der Schulabschluss ist dabei nur ein Schritt von vielen weiteren und fertig werden wir nicht, zumindest nicht, wenn man sich das Motto von Heinrich Böll zu Herzen nimmt, das dem Gottesdienst vorangestellt war:
„Was kann man jemandem Besseres wünschen, als nicht fertig zu sein und nicht fertig zu werden mit dieser Welt.“
Das ist eine große Herausforderung, die jedoch gelingen kann, wenn man fünf Gedanken berücksichtigt, die sich ebenfalls bei Böll finden.
Zunächst muss man die Welt und andere Menschen genau wahrnehmen – einmal einen Tag in den Schuhen des anderen gehen.  Dazu gehören als Zweites Zärtlichkeit und Achtsamkeit gegenüber sich selbst und anderen, das, was auch die Mitte des Neuen Testaments ausmacht. So ist auch der dritte Schritt, Mensch zu werden, die Würde des Menschen zu wahren und sich Zeit zu nehmen für Menschen, schon beinahe geschafft. Dann kann jeder Einzelne das eigene Leben wagen, ohne sich unablässig an anderen zu orientieren und zu messen. Schließlich brauchen alle Menschen eine Sehnsucht, die sie antreibt. Die Sehnsucht nach dem, woher wir kommen, wohin wir gehen, nach dem, was über das irdische Leben hinausgeht.
Zum Abschluss des Gottesdienstes erhielten die Absolventen dann einen Schlüsselanhänger in Form eines kleinen Schuhs – als Erinnerung und Symbol für die Schritte, die nun vor ihnen liegen, und die guten Wünsche, die sie dabei begleiten.
Anschließend traf man sich in der Aula zur Verabschiedung und Zeugnisverteilung, die vom Bläserchor unter Harald Eckert festlich umrahmt wurde. Nach der Begrüßung durch die stellvertretende Schulleiterin Anke Müller kamen auch die Redner des Festakts immer wieder auf das Symbol der Schritte zu sprechen.
Oberbürgermeister Andreas Steppberger gratulierte zum bestandenen Abschluss und ermutigte die Schüler, ihren eigenen Weg zu gehen, sich von den Erwartungen anderer frei zu machen und Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Auch wenn nicht alles im Leben vorhersehbar ist, die Chancen für die Zukunft sind gut, wenn man den Weg mit Vertrauen, Humor, Herzlichkeit und Toleranz beschreitet.
Landrat Anton Knapp erinnerte sich an seine eigene Entlassfeier und wünschte den diesjährigen Absolventen, dass auch sie sich einmal gerne an ihre Schulzeit erinnern werden.
Im ersten Moment etwas überraschend erwähnte die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende Dr. Simone Meyer die erste Mondlandung vor 48 Jahren, doch der Zusammenhang wurde schnell klar. Anders als die Mondlandung ist die Mittlere Reife zwar kein großer Schritt für die Menschheit, jedoch ein Meilenstein für den einzelnen Menschen. Zu Recht könnten Eltern, Lehrer und Schüler stolz sein, denn nun können sich die jungen Menschen aufmachen, die Welt zu erobern – es muss gar nicht der Mond sein.
Langanhaltenden, herzlichen und wohl verdienten Applaus erhielt anschließend der Schülersprecher Timo Scheuerer für seine sehr gelungene Rede. Er blickte zurück auf sechs Jahre an der Realschule und nahm dabei auf sehr humorvolle Weise die unterschiedlichen Standpunkte von Schülern, Eltern und Lehrern ein.
Dr. Peter Nothaft als Leiter der Diözesanen Schulen gratulierte ebenfalls. Er wünschte, dass alles, was nun kommt, die Schüler so erfüllen soll, dass sie es mit ganzem Herzen tun können. Dabei geht es nicht nur um den Beruf, sondern auch um die positiven Auswirkungen anderer „Herzenstätigkeiten“ wie Familie oder ehrenamtliches Engagement auf die Lebensqualität.
Als letzter Redner ergriff abschließend Schulleiter Hans-Peter Sandner das Wort. Auch er wies darauf hin, dass der Abschluss ein großer Schritt für jeden Einzelnen ist, dass es nun gilt, persönliche Ziele zu erkennen und weiterhin Leistungsbereitschaft zu zeigen für sich selbst und andere. Um im Bild des Tages zu bleiben, sollten die Schüler immer das richtige Schuhwerk für jede Herausforderung haben.

Vor der Zeugnisverteilung verlieh Sandner die Schulmedaille an Mitglieder der Schulfamilie, sie sich in den letzten Jahren besonders durch ihr soziales Engagement verdient gemacht haben. Geehrt wurden Timo Scheuerer für seine ausdauernde Arbeit in der SMV, Robin May für seinen unermüdlichen Einsatz in der Pfarrei, im Chor und als Mentor für jüngere Schüler sowie Konrektor Wolfgang Mühldorfer für seine langjährigen Verdienste.

Die Zeugnisübergabe selbst wurde durch kurze Ansprachen der Klassenleiter der Abschlussklassen und Präsentationen mit Fotos der Schüler gestaltet – eine vor allem für die Eltern heitere und teilweise anrührende Bereicherung, die nicht zuletzt durch den tatkräftigen Einsatz der Technikgruppe ermöglicht wurde. Abschließend erhielten die Schüler mit einem Einserschnitt und die Klassenbesten jeweils einen Büchergutschein als Anerkennung für ihre Leistungen.

Unter einem strahlend blauen Himmel konnten sich dann alle Schüler, Eltern und Gäste bei einem Gläschen Sekt, einer Leberkässemmel und einem reichhaltigen Buffet stärken, das wieder einmal der Elternbeirat prächtig organisiert hatte.

Elvira Distler