Schultheater2017

Gefahr für die Zauberwelt – Schultheater-Aufführung an der KRS Rebdorf

(11.07.2017)

Auch dieses Jahr stand kurz vor Ende des Schuljahres die Aufführung der Theatergruppe auf dem Programm der Knabenrealschule Rebdorf.

Am 6. Juli 2017 konnten vormittags zunächst die Schüler der 5. – 8. und dann abends die Eltern verfolgen, wie die „Gefahr für die Zauberwelt“ besiegt wird.

Wenn sich der Vorhang öffnet, kann der Zuschauer die beiden Hexen Sala (Marie Rückert) und Flaga (Magdalena Wisgott) bei ihren Vorbereitungen für die Walpurgisnacht beobachten. Die beiden möchten dieses Jahr endlich Bella, die Herrin der Unterwelt (Aliyah Karges) so beeindrucken, dass sie ihre erhoffte Belohnung erhalten: verschönt und verjüngt werden. Sie möchten einen ganz besonderen Zaubertrank brauen, für den ihnen lediglich die Tränen einer Prinzessin fehlen – also muss eine herbeigeschafft werden.

In Lyssa (Rosalie Stegmann), der Tochter von König Elmeric (Elias Simon), haben sie auch schon das geeignete Opfer gefunden. Die Prinzessin muss nicht einmal entführt werden, denn da ihr Vater sie mit dem dusseligen Knappen Oswyn verheiraten möchte, geht sie freiwillig mit, als die Hexe Sala im Schloss auftaucht. Lyssa hält sie nämlich irrtümlich für eine gute Fee und ist froh, den Heiratsplänen ihres Vaters zu entkommen. Als sie im Hexenwald in einen Käfig gesperrt wird, ist es natürlich zu spät.

Doch Hilfe naht: Zuhause im königlichen Schloss hat der wenig talentierte Hofzauberer Mengo (Edgar Heinz) vom König den Auftrag erhalten, die Prinzessin zurückzuholen. Doch dazu braucht er Hilfe. Es gelingt ihm unter Aufbietung all seiner Zauberkräfte Kevin (Paul Ziller), einen Jungen aus der Zukunft, ins Jahr 867 zu holen. Kevin ist von der Situation zunächst alles andere als begeistert und zeigt überhaupt keinen Ehrgeiz, Lyssa zu retten, nicht einmal, als Elmeric ihm die übliche Belohnung – das halbe Königreich und die Hand seiner Tochter – verspricht. Erst die Androhung drakonischer Strafen macht ihn gefügig und er bricht mit dem Hofzauberer Mengo zur Rettungsmission auf. Dicht auf den Fersen ist ihnen der Knappe Oswyn, der noch nicht auf die versprochene Hochzeit mit der Prinzessin verzichten mag.

Vor dem Hexenhaus finden Mengo und Kevin Lyssa in ihrem Käfig und die Rettung scheint zum Greifen nah, doch das verhindern leider Sala, Flaga und der übereifrige Oswyn. Es kommt zum Kampf um die Prinzessin, in dessen Verlauf Mengo sich etwas feige hinter einem Baum versteckt, Oswyn getötet wird und Kevin chancenlos ist, weil nun auch noch die mächtige Herrin der Unterwelt eingreift. Sie hat ihre eigenen Pläne mit Lyssa – sie will ihre Seele für sich. Also verschleppt sie die Prinzessin in die Unterwelt, Sala und Flaga, die immer noch auf ihre Verjüngung hoffen, eilen hinterher, nicht ohne vorher noch Mengo und Kevin in das Hexenhaus einzusperren. Dort findet Mengo in der Hexenbibliothek all das Wissen, das ihm noch fehlt und Kevin endlich den Mut, Lyssa retten zu wollen.

Er macht sich auf in die Unterwelt, wo er die gruselige Hexe Magog (Laura Röll) trifft, die ihm andeutet, dass er beim bevorstehenden Festschmaus verspeist werden soll. Beim großen Fest in der Unterwelt treffen dann alle wieder aufeinander: Oswyn „arbeitet“ jetzt dort, Flaga und Sala werden verjüngt, Lyssa soll ihrer Seele beraubt und Kevin aufgegessen werden. Da erscheint der Geist des Zauberers Mengo und gibt Lyssa und Kevin den entscheidenden Hinweis: Nur gemeinsam können sie es schaffen. Im letzten Augenblick gelingt es den beiden, den Durchgang zurück in ihre Welt heraufzubeschwören und hindurchzukriechen.

Im Hexenwald unternehmen die Hexen einen letzten Angriff, doch der inzwischen erleuchtete Mengo rettet alle, auch König Elemeric, der ebenfalls angekommen ist. Und so steht dem glücklichen Märchenende nichts mehr im Weg: Lyssa und Kevin werden heiraten, Oswyn darf wieder Knappe des Königs sein und Mengo ist dank der Erkenntnisse aus der Hexenbibliothek ebenfalls zufrieden: „Mein Wissen ist Belohnung genug.“

Offenbar hatte der Verjüngungszauber der Oberhexe Bella eine durchschlagende Wirkung: Dieses Jahr stand ein sehr junges Ensemble auf der Bühne, die Theatergruppe besteht vor allem aus Schülerinnen und Schülern der 6. Klassen. Doch das konnte man beim engagierten und couragierten Spiel der Jungen und Mädchen fast vergessen. Sie boten das umfangreiche Stück mit viel Witz und Talent dar. Wieder herrschte auf der Bühne so viel Begeisterung und Spielfreude, dass ein paar (unvermeidliche) Pannen kaum ins Gewicht fielen. Mit großer Einsatzbereitschaft und umfassendem Überblick dirigierte Andreas Völker – Leiter, Regisseur und Souffleur – seine Truppe durch die ein oder andere kritische Stelle. Dabei konnte er sich wie gewohnt auf die zuverlässige Unterstützung durch die Technikergruppe und ihren Leiter Dr. Peter Rögner verlassen. Ungewohnt für die Zuschauer und auch für den Schulleiter Hans-Peter Sandner war es allerdings, dass in diesem Jahr erstmals keine Jungs als Frauen auftraten, sondern im Gegenteil mehr Mädchen als Buben auf der Bühne standen – alle aus der Klasse 6c.

Elvira Distler