Rebdorfer Advent am Sonntag

Rebdorfer Advent 2016

„Machet die Tore weit!“ - Imposant begrüßten die Ehemaligen Rebdorfer Bläser, freilich instrumental, mit diesem Aufruf von Andreas Hammerschmidt aus Psalm 24,7 zu Beginn des Rebdorfer Advents der Knabenrealschule in der einstigen Klosterkirche den Messiaskönig.

Pater Leopold Langer erinnerte, dass die „staade Zeit des Advents“ Gelegenheit gebe, sich von eben diesem Gott ansprechen zu lassen.

In diesem Sinne trug der Schulchor „Lauschet, höret die Stille“, nämlich das „Bajuschki Baju“ aus Russland, geleitet von Christofer Schweisthal und begleitet am Klavier von Ulrich Redl. Ebenso weltoffen „Good King Wenceslas“, ein englisches Weihnachtslied. Erfreulich, unter den Sängern finden sich auch Lehrer und ein Madl aus einer der neuen Bläserklassen!

Das „Blech“ ist seit jeher Rebdorfs Domäne! So spielt der Bläserchor unter Harald Eckert einen marschartigen „Aufzug“ - wird jedoch darauf liedhaft: „Jetzt fangen wir zu singen an“ und „Wir sagen euch an den lieben Advent“.

Über das „Geheimnis des Advents“ spricht Religionslehrer Andreas Völker und zitiert Gedanken von Lothar Zenetti, singt auch zur Gitarre das heute topaktuelle Lied „Werde still und staune“.

Feinfühlig an der Orgel der ehemaliger Rebdorfer Bastian Fuchs, seit kurzem Assistent von Domkapellmeister Christian Heiß: Er spielt seine „Improvisation im alten Stil“ über „Maria durch ein Dornwald ging“: besinnliche Klänge ohne publicity-süchtige Affekte; ebenso dezent die Stimmen bei dem „Andante con moto“ g-moll von Alexandre P.F. Boely!

Vom größten Ensemble, dem Blasorchester des Realschulzentrums Rebdorf, in dem auch Schülerinnen von Maria-Ward mitwirken, erklingt unter der Leitung von Wolfgang Mühldorfer das schottische Kirchenlied „Crimond“ von Jessie Seymour Irvine: Nach dunklem Beginn entwickelt sich vielstimmig ein himmlisches Klanggemälde! Ähnlich auch John M. Rutters „Christmas Lullaby“. Darauf folgt bodenständig aus Österreich „O Jubel, o Freud“.

Der professionell-elegante Klang des Brasstetts ist wohlbekannt! Ebenso wieder bei dem Madrigal „Göttliches Kind“ von Francisco Guerrero. Feierlich schwingend darauf der baskische Choral „Die Botschaft Gabriels“, ferner italienisch „In Natali Domini“; dann noch festlicher Barock bei „Joy to the World“ von G. F. Händel.

Beeindruckend gleichermaßen Händels „Tochter Zion“, dargeboten von den Ehemaligen Rebdorfer Bläsern und Bastian Fuchs. Eindringlich-flehend dagegen der „Abendsegen“ von Otto Hornek.

Doch als der Bläserchor der Knabenrealschule die „Ode an Europa“, arrangiert vom Kapellmeister Eckert selbst, fanfarenartig intonierte, dürfte der adventlich gestimmte Hörer überrascht gewesen sein: die Fanfare der Eurovision! Freilich kaum bekannt, dass es sich ursprünglich um das „Te Deum“ von Charpentier aus der Zeit Ludwigs XIV. handelt; verbunden mit Beethovens „Ode an die Freude“ sicherlich ein himmlischer Ausblick!

Tanja Bintakies und Ulrich Redl vom Kollegium, aber auch der Schüler Robin May schlagen dagegen die zarten Klänge von Marimbaphon und Xylophon an: volkstümlich „Das Licht einer Kerze“ und „Es blühen die Maien“ sowie die barocke „Sarabande“ von Arcangelo Corelli.

Zum Schluss dankte Schulleiter Hans-Peter Sandner für die vielfältige und gute musikalische Zusammenarbeit der Lehrer und ihrer Schüler. Darauf sangen Mitwirkende und Besucher das Adventslied „O Heiland reiß die Himmel auf“.

Gregor M. Senge